Ars Neurochirurgica

Externe Ventrikeldrainage (EVD)

Eine externe Ventrikeldrainage, welche im klinischen Alltag auch als EVD bezeichnet wird, dient der externen Ableitung von Liquor. Es handelt sich um einen dünnen und röntgendichten Kunststoffschlauch (meistens aus Polyurethan), welcher über ein Bohrloch in die inneren Ventrikelräume platziert wird und nach extern abgeleitet wird. Eine Blockade des Liquorfluss, wie beispielsweise durch eine Blutung oder eine verminderte Resorption von Liquor kann zu einem Hydrocephalus mit folglich lebensbedrohlichem Anstieg des Hirndrucks führen.

Als üblicher Zielpunkt für die Einlage ist das ipsilaterale Vorderhorn des Seitenventrikels. Eine retrospektive Studie von Toma et al.1 konnte 2009 zeigen, dass lediglich 40% der "Freihand" eingelegten EVDs im ipsilateralen Ventrikel platziert worden sind.

CT Bild einer externen Ventrikeldrainage
Koronares CT Bild einer externen Ventrikeldrainage in einer Maximum Intensity Projection (MIP).

Infektionsrisiko

Die Inzidenz für eine EVD assoziierte Infektion beträgt etwa 9,5%2. Die Implantationsdauer, Liquorleckage, Blut im Liquor als auch Spülen der EVD sind bekannte Risikofaktoren, welche das Infektionsrisiko erhöhen 2 3 4.

Referenzen


  1. Toma, Ahmed K., et al. "External ventricular drain insertion accuracy: is there a need for change in practice?." Neurosurgery 65.6 (2009): 1197-1201. 

  2. Kim JH, Desai NS, Ricci J, et al. Factors contributing to ventriculostomy infection. World Neurosurg. 2012;77:135-140. 

  3. Aucoin PJ, Kotilainen HR, Gantz NM, et al. Intracranial pressure monitors. Epidemiologic study of risk factors and infections. Am J Med. 1986;80:369-376. 

  4. Mayhall CG, Archer NH, Lamb VA, et al. Ventriculostomy-related infections. A prospective epidemiologic study. N Engl J Med. 1984;310:553-559.