Externe Ventrikeldrainage (EVD)

Eine externe Ventrikeldrainage, welche im klinischen Alltag auch als EVD bezeichnet wird, dient der externen Ableitung von Liquor. Es handelt sich um einen dünnen und röntgendichten Kunststoffschlauch (meistens aus Polyurethan), welcher über ein Bohrloch in die inneren Ventrikelräume platziert wird und nach extern abgeleitet wird. Eine Blockade des Liquorfluss, wie beispielsweise durch eine Blutung oder eine verminderte Resorption von Liquor kann zu einem Hydrocephalus mit folglich lebensbedrohlichem Anstieg des Hirndrucks führen.

Als üblicher Zielpunkt für die Einlage ist das ipsilaterale Vorderhorn des Seitenventrikels.

Externe Ventrikeldrainage im CT
Koronares CT Bild einer externen Ventrikeldrainage in einer Maximum Intensity Projection (MIP).

Einlage

Externe Ventrikeldrainagen können zum einen im Operationssaal oder auch direkt am Patientenbett eingelegt werden. Es bestehen zwei verschiedene Arten um eine platzierte EVD zu fixieren. Zum einen kann eine EVD über eine Tunnelierung ausgeleitet und fixiert werden oder über einen Bolt, welcher direkt in das angelegte Bohrloch eingeschraubt wird.

EVD Bolt Kit
EVD Bolt Kit. Abbildung adaptiert von Roach et al. 2019.

Fehllage

Eine retrospektive Studie von Toma et al.1 konnte 2009 zeigen, dass lediglich 40% der "Freihand" eingelegten EVDs im ipsilateralen Ventrikel platziert worden sind.

EVD Fehllage CT
Darstellung einer nicht korrekt platzierten EVD im coronaren CT.

Infektionsrisiko

Die Inzidenz für eine EVD assoziierte Infektion beträgt etwa 9,5%2. Die Implantationsdauer, Liquorleckage, Blut im Liquor als auch Spülen der EVD sind bekannte Risikofaktoren, welche das Infektionsrisiko erhöhen 2 3 4. Eine propyhlaktische Antibiotikagabe bei Patienten mit einer externen Ventrikeldrainage wird kontrovers diskutiert. Studiendaten deuten darauf hin, dass durch eine prophylaktische Antibiose das Infektionsrisiko bei einer externen Ventrikeldrainage nicht reduziert wird5

Referenzen