Ars Neurochirurgica

Optikusgliom

Das Optikusgliom ist im Regelfall eine Sonderform des pilozytischen Astrozytoms (WHO Grad I). Eine maligne Form des Optikusgliom ist selten1.

Epidemiologie

Optikusgliome machen etwa 2% aller Gliome in Erwachsenen und 7% aller Gliome in Kindern aus1. Bei Patienten welche unter einer Neuofibromatose Typ I leiden ist die Inzidenz für ein Optikusgliom um etwa 25% erhöht1.

Lokalisierung

Optikusgliome können in folgenden Mustern auftreten und können zusammen oder als Teil eines hypothalamischen Glioms auftreten1:

Symptomatik

Eine schmerzlose Proptosis kann ein frühes Zeichen eines einseitigen Optikusgliom sein. Eine Involvierung des Chiasma opticum führt zu einem variablen und nicht-spezifischen auftreten von visuellen Effekten ohne Proptosis. Große ausgeprägte Optikusgliome können eine Dysfunktion des Hypothalamus und der Hypophyse verursachen als auch ein Hydrocephalus occlusus durch die Blockierung des Foramen monroi. Ebenso kann in der Fundoskopie in manchen Fällen eine Gliose des Nervus opticus beobachtet werden.

Bildgebung

In der CT oder MRI Bildgebung zeigt sich ein Kontrastmittelenhancement in einer fusiformen Anordnung entlang des Nervus opticus, welche sich üblicherweise über mehr als 1cm in Länge erstreckt. Optikusgliome bei Patienten mit einer Neurofibromatose Tpy I sind typischerweise auf den Nervus opticus begrenzt, wohingegen sporadische Optikusgliome häufig eine Involvierung des Chiasma opticum aufweisen und häufig zystische Komponenten haben1.

Referenzen


  1. Handbook of Neurosurgery. Greenberg M, ed. 9th Edition. Thieme; 2019.