Ein subdurales Hygrom ist eine überwiegend liquorartige Flüssigkeitsansammlung im Subduralraum zwischen Dura und Arachnoidea. Es ist von einem subduralen Hämatom abzugrenzen; nach einem Trauma kann sich aus einem Hygrom im Verlauf ein chronisches Subduralhämatom entwickeln.[^1][^4]
Ätiologie
Hygrome können nach einem Schädel-Hirn-Trauma oder nach intrakraniellen Operationen auftreten. Veränderungen an der Grenzschicht zwischen Dura und Arachnoidea und der Liquordynamik tragen zur Entstehung bei.[^1][^3]
Bei Patienten mit einem Liquorshunt kann eine übermäßige Liquorableitung eine subdurale Flüssigkeitsansammlung begünstigen. Dieser Mechanismus wird als Überdrainage bezeichnet. Die Beurteilung umfasst klinische Beschwerden, Bildgebung und die Funktion des Shuntsystems.[^2]
Klinik und Bildgebung
Viele Hygrome verursachen keinen relevanten Masseneffekt und bleiben klinisch unauffällig. Beschwerden und neurologische Ausfälle müssen auch im Zusammenhang mit der Grunderkrankung oder dem vorausgegangenen Trauma bewertet werden.[^1]
In der CT erscheint ein Hygrom typischerweise als hypodense extraaxiale Flüssigkeitsansammlung. Die Abgrenzung zu einem chronischen Subduralhämatom kann schwierig sein. Für die Einordnung sind Verlauf, mögliche Blutbeimengungen und gegebenenfalls eine ergänzende MRT relevant.[^1][^4]
Therapie und Verlauf
Bei klinischer Stabilität ohne relevanten Masseneffekt ist häufig ein konservatives Vorgehen mit individuell festgelegten klinischen und bildgebenden Kontrollen möglich. Eine spontane Rückbildung kommt vor. Bei klinischer Verschlechterung oder raumfordernder Zunahme ist eine neurochirurgische Beurteilung erforderlich.[^1]
Bei Verdacht auf Shuntüberdrainage muss zusätzlich deren Ursache geklärt und das Shuntsystem überprüft werden. Die Behandlung der Liquordynamik ist Teil des Gesamtkonzepts.[^2]
Eine Metaanalyse bestätigt den möglichen Übergang traumatischer Hygrome in chronische Subduralhämatome. Die eingeschlossenen Studien unterscheiden sich erheblich; daraus lässt sich keine einheitliche individuelle Übergangswahrscheinlichkeit für sämtliche Ursachen eines Hygroms ableiten.[^4]