Ommaya Reservoir
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Ein Ommaya Reservoir ist ein vor allem für die lokoregionale Chemotherapie von Hirntumoren eingesetztes Kathetersystem, welches direkt in das Ventrikelsystem des Gehirns implantiert wird.
Das Ommaya-Reservoir ist ein operativ unter die Kopfhaut implantiertes Kathetersystem, das einen direkten Zugang zum Ventrikelsystem des Gehirns ermöglicht. Es dient primär der Applikation von Medikamenten (z.B. Zytostatika) in den Liquorraum sowie der Entnahme von Liquor zu diagnostischen Zwecken.
Historisch
Das System wurde von dem pakistanisch-amerikanischen Neurochirurgen Ayub K. Ommaya (1930-2008) entwickelt[^1].
Aufbau
Ein Ommaya-Reservoir besteht aus zwei Hauptkomponenten:
Reservoir: Eine kuppelförmige Silikonkammer (ca. 2 cm Durchmesser), die flach auf dem Schädelknochen unter der Galea aponeurotica liegt.
Ventrikelkatheter: Ein dünner Silikonkatheter, der durch ein Bohrloch im Knochen direkt in einen der Seitenventrikel (meist das Vorderhorn des rechten Seitenventrikels) führt.
Indikationen
Das Ommaya-Reservoir wird eingesetzt, wenn eine langfristige oder wiederholte intrathekale Gabe von Substanzen in den Liquor notwendig ist, um die Blut-Hirn-Schranke zu umgehen, wie beispielsweise bei:
Meningeosis carcinomatosa: Lokoregionale Chemotherapie bei Tumoraussaat in die Hirnhäute.
Zystische Hirntumoren: Entlastungsproduktion von Tumorflüssigkeit.
Infektionen: Applikation von Antibiotika oder Antimykotika bei therapieresistenter Ventriculitis.
Diagnostik: Regelmäßige Liquorgewinnung ohne die Notwendigkeit wiederholter Lumbalpunktionen.