Akutes Subduralhämatom

Ein akutes Subduralhämatom tritt in den meisten Fällen nach einem Trauma 1auf und zählt je nach Ausprägung zu den neurochirurgischen Notfällen.

Ursachen eines akuten Subduralhämatoms

In den allermeisten Fällen entsteht ein akutes Subduralhämatom durch eine direkte traumatische Einwirkung und eine dadurch entstehende Beschädigung der Brückenvenen1.

In durchaus deutlich selteneren Fällen kann ein akutes Subduralhämatom auch atraumatisch durch eine zu schnelle lumbale Drainage von Liquor, wie beispielsweise bei einer Lumbaldrainage 2 oder einem operativ entstandenem Liquorleck 3 entstehen.

Diagnose eines akuten Subduralhämatoms

Der Goldstandard in der Diagnostik eines akuten Subduralhämatoms ist eine CT-Bildgebung. Die Diagnose kann ebenfalls problemlos im MRI gestellt werden.

Klinisch kann sich ein akutes Subduralhämatom je nach Ausprägung unterschiedlich manifestieren. Bei einer deutlich raumfordernden Wirkung der Blutung kommt es in den meisten Fällen zu einer Vigilanzminderung, welche sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Ebenso typisch ist ein Hemisyndrom zur kontralateralen Seite der Blutung. Sollte es sich um nur ein sehr schmales Hämatom handeln, können sich diese in vielen Fällen auch durch epileptische Anfälle zum ersten Mal symptomatisch zeigen.

Konservative Therapie eines akuten Subduralhämatoms

Bei sehr schmalen akuten Subduralhämatomen ohne Verlagerung der Mittellinie sowie bei fehlenden neurologischen Ausfällen und asymptomatischen Patienten kann auch eine konservative Therapie ohne Operation erfolgen4,5. Sollte eine konservative Therapie gewählt werden empfiehlt sich eine Verlaufsbildgebung um eine weitere Zunahme des Hämatoms auszuschliessen.

Operative Versorgung eines akuten Subduralhämatoms

Bei klinisch symptomatischen Patienten sowie ausgeprägten akuten Subduralhämatomen mit Mittelinienverlagerung ist eine operative Entfernung des Hämatoms indiziert. Hierbei erfolgt eine Kraniotomie über dem Hämatom sowie Eröffnung der Dura mit anschliessendem Entfernen des Hämatoms. Normalerweise erfolgt eine Wiedereinlage des entfernten Knochendeckels. In Situation wo sich intraoperativ ein deutlich erhöhter Hirndruck zeigt kann ebenfalls der Knochendeckel nicht wieder eingesetzt werden im Sinne einer dekompressiven Hemikraniektomie 6. Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt.

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