Bei einer Gefäßdissektion spalten sich die Schichten einer Arterienwand auf. Meist entsteht zunächst ein Riss in der inneren Gefäßwand. Dadurch dringt Blut mit hohem Druck in die mittlere Gefäßwand ein und bildet einen zusätzlichen Hohlraum. Dieser Verfolgungskanal engt den normalen Blutweg ein und kann das Gefäß komplett verschließen.
Pathophysiologie
Eine Dissektion in einem arteriellem Gefäß wird meist durch einen Einriss der Tunica intima mit nachfolgender Einblutung zwischen Intima und Media ausgelöst.
Diagnostik
Patienten mit einem signifikantem Traumamechanismus sollten mittels einer CT-Angiographie oder MR-Angiographie auf eine intrakranielle Gefäßdissektion gescreened werden. Goldstandard in der endgültigen Diagnose von intrakraniellen und extrakraniellen Gefäßdissektionen ist eine digitale Subtraktionsangiographie. Angiographisch zeigt sich bei einer Dissektion häufig eine Verengung des Gefäßes, eine unregelmäßige Gefäßdarstellung, ein Flap der Tunica intima, ein Thrombus oder ein Doppellumen. Intrakranielle Gefäßdissektionen haben ein hohes Risiko für ein ischämischen Schlaganfall, da sich an der verletzten Gefäßwand leicht ein Thrombus bilden kann.
Dissektion der Arteria carotis interna
Dissektionen der Arteria carotis interna können durch ein Trauma ausgelöst werden. Pathognomisch für eine ICA Dissektion sind eine Miosis und Ptosis.
Klinische Präsentation einer spontanen ICA Dissektion | Häufigkeit (%)[^1] |
Fokale zerebrale Ischämie | 76 % |
Kopfschmerzen | 59 % |
Okulosympathische Lähmung | 30 % |
Strömungsgeräusch | 25 % |
Amaurosis Fugax | 10 % |
Synkope | 4 % |