Ars Neurochirurgica

Arteriovenöse Malformationen (AVM)

Bei arteriovenösen Malformationen handelt es sich um Konvolute pathologischer Gefäße, die eine Kurzschlussverbindung zwischen Arterie und Vene darstellen und somit kein Kapillarbett zur Versorgung von Nervenparenchym bilden. In Kombination mit dem noch relativ hohen arteriellen Druck und dem venösen Rückstau in den Gefäßen macht dies AVMs sehr anfällig für Blutungen.  Als Goldstandard in der Diagnostik von AVMs dient eine Angiographie und die Klassifikation erfolgt üblicherweise nach der Klassifikation von Spetzler und Martin. Das unselektionierte Rupturrisiko einer arteriovenösen Malformation liegt bei etwa 2,3% pro Jahr1. Jede arteriovenöse Malformation zeigt sich in ihrer Anatomie einzigartig und bedarf eine maßgeschneiderte Therapie. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von endovaskulären Verfahren, mikrochirurgischen Verfahren bis zu radiochirurgischen Optionen.

Angiographie einer arteriovenösen Malformation
Angiographie einer Arteriovenöse Malformation im Lobus frontalis, welche die Hauptfeeder durch die Arteria cerebri media erhält und über eine kortikale Vene in den Sinus sagittalis superior drainiert.

Angiographie einer AVM Spetzler Martin Grad 2 im Lobus frontalis

Referenzen


  1. Kim H, Al-Shahi Salman R, McCulloch CE, et al. Untreated brain arteriovenous malformation: patient-level meta-analysis of hemorrhage predictors. Neurology. 2014;83:590-597. DOI: 10.1212/WNL.0000000000000688