Arteriovenöse Malformationen (AVM)

Bei arteriovenösen Malformationen handelt es sich um Konvolute pathologischer Gefäße, die eine Kurzschlussverbindung zwischen Arterie und Vene darstellen und somit kein Kapillarbett zur Versorgung von Nervenparenchym bilden. In Kombination mit dem noch relativ hohen arteriellen Druck und dem venösen Rückstau in den Gefäßen macht dies AVMs sehr anfällig für Einblutungen.  Als Goldstandard in der Diagnostik von AVMs dient eine Angiographie und die Klassifikation erfolgt üblicherweise nach der Klassifikation von Spetzler und Martin. Das unselektionierte Rupturrisiko einer arteriovenösen Malformation liegt bei etwa 2,3% pro Jahr1. Jede arteriovenöse Malformation zeigt sich in ihrer Anatomie einzigartig und bedarf eine maßgeschneiderte Therapie. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von endovaskulären Verfahren, mikrochirurgischen Verfahren bis zu radiochirurgischen Optionen.

Behandlung mittels stereotaktischer Radiochirurgie

Kleinvolumige arteriovenöse Malformationen, welche tief, in eloquenten Regionen liegen oder bei Patienten mit einem hohen Operationsrisiko auf Grund von Komorbiditäten können mittels stereotaktischer Radiochirurgie behandelt werden2. Durch die Radiochirurgie entsteht ein Endothelschaden und es kommt zu einer Proliferation von glatter Muskulatur und einer Verdickung der Gefäßwand bis sich die AVM verschliesst. Dieser Prozess bis zur Verschliessung benötigt etwa 1-3 Jahre3. Während dieses Zeitraums besteht weiterhin das jährliche Einblutungsrisiko von etwa 1-3 %, welches dem natürlichen Rupturrisiko ohne Behandlung entspricht4.

Angiographie einer AVM Spetzler Martin Grad 2 im Lobus frontalis

Angiographie einer arteriovenösen Malformation

Referenzen