Ars Neurochirurgica

Stereotaktische Radiochirurgie

Die Radiochirurgie ist ein strahlentherapeutisches Verfahren, bei dem hochenergetische Röntgenstrahlen auf einen festgelegten Gewebebereich gerichtet werden, um diesen zu behandeln. Der Begriff Radiochirurgie wurde von Lars Leksell im Jahr 1951 eingeführt1. Durch dieses Verfahren können operativ schwierig zugängliche Pathologien wie beispielsweise Tumoren oder vaskuläre Malformationen behandelt werden. Üblicherweise qualifizieren Zielstrukturen von weniger als 3cm für einen radiochirurgischen Eingriff2, es können jedoch auch größere Strukturen behandelt werden wie beispielsweise großvolumige AVMs. Im Gegensatz zur Radiotherapie wird bei der Radiochirurgie die Dosis in einer Sitzung appliziert, per Definition der AANS kann diese auch aufgeteilt werden auf maximal fünf Sitzungen3. Die Durchführung der Radiochirurgie erfolgt mit speziellen Geräten wie beispielsweise dem Gamma-Knife oder einem Linearbeschleuniger.

Volume Staged Radiochirurgie (VS-SRS)

Bei der Volume Staged Radiochirurgie wird das zu bestrahlende Areal in verschiedene Volumen unterteilt, wie beispielsweise bei großvolumigen arteriovenösen Malformationen. Diese damit erhaltenen Teilvolumen werden dann in aufeinanderfolgenden Sitzungen behandelt.

Dose Staged Radiochirurgie (DS-SRS)

Bei der Dose Staged Radiochirurgie wird die zu applizierende Strahlendosis in aufeinanderfolgende Sitzungen aufgeteilt. Dies kann wie bei der Volume Staged Radiochirurgie auf Grund einer zu großen zu bestrahlenden Zielstruktur notwendig sein.

Referenzen


  1. Leksell L. The Stereotaxic Method and Radiosurgery of the Brain. Acta Chir Scand. 1951;102:316-319.  

  2. Stereotactic radiosurgery and radiotherapy. In: Greenberg M, ed. Handbook of Neurosurgery. 9th Edition. Thieme; 2019. doi:10.1055/b-006-161147 

  3. Barnett, Gene H., et al. "Stereotactic radiosurgery—an organized neurosurgery-sanctioned definition." Journal of neurosurgery 106.1 (2007): 1-5.