Eine Rezessusstenose (Recessusstenose, laterale Spinalkanalstenose) ist eine Einengung des Recessus lateralis. Dieser seitliche Abschnitt des Spinalkanals führt die absteigende Nervenwurzel vor ihrem Eintritt in das Neuroforamen. Der Begriff bezeichnet zunächst einen anatomischen beziehungsweise bildgebenden Befund; eine symptomatische Nervenwurzelkompression muss klinisch zugeordnet werden.[^1]
Ätiologie
An der Lendenwirbelsäule entsteht die Einengung häufig durch degenerative Veränderungen. Bandscheibenverlagerungen, vergrößerte Facettengelenke und Veränderungen des Ligamentum flavum können gemeinsam den verfügbaren Raum vermindern. Eine zentrale Spinalkanalstenose oder eine Foraminalstenose kann zusätzlich bestehen.[^1]
Klinik
Mögliche Beschwerden sind in das Bein ausstrahlende Schmerzen sowie sensible oder motorische Ausfälle entsprechend der betroffenen Nervenwurzel. Bei gleichzeitig bestehender lumbaler Spinalkanalstenose kann eine Claudicatio spinalis mit belastungsabhängigen Beinbeschwerden auftreten. Beschwerdefreie bildgebende Stenosen sind möglich.[^1][^2]
Diagnostik
Anamnese und neurologischer Untersuchungsbefund werden mit der Bildgebung abgeglichen. Die MRT stellt Nervenstrukturen, Bandscheiben und Bandapparat dar; axiale T2-gewichtete Aufnahmen sind für die Beurteilung der lateralen Rezessus besonders hilfreich. Entscheidend sind Seite, Höhe und Ausmaß einer möglichen Wurzelkompression. Der MRT-Befund allein erklärt die Beschwerden nicht zuverlässig und begründet für sich keine Operationsindikation.[^1][^2]
Therapie
Die Behandlung richtet sich nach Beschwerden, neurologischen Ausfällen und dem korrespondierenden Befund. Bei fehlender dringlicher Operationsindikation kommen zunächst konservative Maßnahmen einschließlich Bewegungstherapie und angepasster Analgesie infrage. Bei anhaltenden, funktionell relevanten Beschwerden trotz konservativer Behandlung kann eine operative Dekompression erwogen werden. Die Verfahrenswahl erfordert eine individuelle Beurteilung.[^2]