Processus mamillaris

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Synonyme: Zitzenfortsatz, mammillary process, Prozessus mamillaris

Der Processus mamillaris ist ein kleiner, paariger Knochenfortsatz an der Wirbelsäule . Der Processus mamillaris befindet sich charakteristischerweise an den Lendenwirbeln sowie am Übergang von der Brust- zur Lendenwirbelsäule.

Anatomie

Der Processus mamillaris ist eine kleine, rundliche Erhebung, die sich am posterolateralen Rand des Processus articularis superior jedes Lendenwirbels befindet.

Funktion

Die primäre Funktion des Processus mamillaris besteht in seiner Rolle als Muskelansatzstelle. Er dient als wichtiger Fixpunkt für Teile der autochthonen Rückenmuskulatur, die für die Stabilität und Feinsteuerung der Wirbelsegmente verantwortlich ist.

Folgende Muskeln inserieren am Processus mamillaris:

  • Musculi multifidi: Diese kräftigen, kurzen Muskelzüge des medialen Traktes entspringen unter anderem an den Processus mamillares und ziehen zu den Processus spinosi höhergelegener Wirbel. Sie sind entscheidend für die segmentale Stabilität und die Rotation der Wirbelsäule.

  • Musculi intertransversarii mediales lumborum: Diese kleinen Muskeln verbinden benachbarte Processus mamillares und unterstützen die Lateralflexion der Lendenwirbelsäule.

Klinische Relevanz

In der klinischen Praxis, insbesondere in der Wirbelsäulenchirurgie und der Radiologie, spielt der Processus mamillaris eine wichtige Rolle als anatomische Landmarke.

Operative Landmarke

Bei der operativen Stabilisierung der Wirbelsäule mittels Pedikelschrauben dient der Processus mamillaris als Orientierungshilfe für den korrekten Eintrittspunkt. Die Kreuzungsposition zwischen der Mitte des Processus transversus und dem lateralen Rand des Processus mamillaris hilft dem Chirurgen, den Pedikel sicher zu treffen und Verletzungen des Wirbelkanals oder der Nervenwurzeln zu vermeiden.

Bildgebende Diagnostik

In der Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) können ausgeprägte Processus mamillares gelegentlich mit kleinen Osteophyten bei degenerativen Veränderungen verwechselt werden. Eine genaue Kenntnis der Anatomie ist wichtig, um physiologische Varianten von pathologischen Prozessen abzugrenzen.