Ars Neurochirurgica

Oligodendrogliom (WHO Grad II)

Das Oligodendrogliom wird als WHO Grad II Hirntumor klassifiziert und ist ein langsam wachsender Tumor aus der Gruppe der Gliome. Charakteristisch für das Oligodendrogliom ist eine 1p/19q Kodeletion mit gleichzeitiger IDH Mutation.

Inzidenz

Die Inzident bei Oligodendrogliomen beträgt 0,28 pro 100000 für die Altersgruppe von 15-39 Jahren und 0,31 pro 100000 für die Altersgruppe über 40 Jahre1. Oligodendrogliome machen lediglich 1% aller primär hirneignen Tumore aus1 und sind in über 50% der Fälle im Frontallappen lokalisiert2.

Symptome

Symptom Häufigkeit (%)3
Krampfanfälle 57 %
Kopfschmerzen 22 %
Wesensveränderungen 10 %
Schwindel/Erbrechen 9 %

Bildgebung

In 90% können bei Oligodendrogliome in einer CT-Untersuchung Kalzifizierungen im Tumor gesehen werden2. Im MRI zeigt sich ein Oligodendrogliom im Regelfall hypointens in der T1 Sequenz und hyperintens in der T2 Sequenz. Eine Kontrastmittelaufnahme besteht in weniger als 20% der Fälle2.

Überlebenszeit

Die mediane Überlebenszeit bei einem Oligodendrogliom mit einer IDH Mutation als auch einer 1p/19q Deletion beträgt 8 Jahre4.

Referenzen


  1. Ostrom QT, Gittleman H, Liao P, et al. CBTRUS Statistical Report: Primary brain and other central nervous system tumors diagnosed in the United States in 2010-2014. Neuro Oncol. 2017;19:v1-v88. 

  2. Handbook of Neurosurgery. Greenberg M, ed. 9th Edition. Thieme; 2019 

  3. Mork SJ, Lindegaard KF, Halvorsen TB, et al. Oligodendroglioma: Incidence and Biological Behavior in a Defined Population. J Neurosurg. 1985;63:881-889. 

  4. Cancer Genome Atlas Research Network , Brat DJ, Verhaak RG, et al. Comprehensive, Integrative Genomic Analysis of Diffuse Lower-Grade Gliomas. N Engl J Med. 2015;372:2481-2498.