Ein ischämischer Kleinhirninfarkt kann durch ein Verschluss der hauptversorgenden Gefäßen des Cerebellum entstehen.
Epidemiologie
Der Kleinhirninfarkt kommt mit ca. 2,3% aller Hirninfarkte[^2] relativ gesehen im Vergleich zu supratentoriellen Infarkten selten vor.
Bildgebung
Darstellung eines PICA Infarkts auf der linken Seite in einem axialen MRI Bild.Axiale Darstellung eines PICA Infarkts im CT.
Chirurgische Therapie
Ausgedehnte Kleinhirninfarkte können, üblicherweise 12 - 96 Stunden nach Infarktbeginn, zu gefährlichen Schwellungen mit Verlegung des Liquorabflusses und Kompression des Hirnstamms führen. Sollte im Rahmen der Schwellung eine neurologische Verschlechtertung mit Vigilanzabfall auftreten, kann eine chirurgische Entlastung indiziert sein als auch Einlage einer externen Ventrikeldrainage. Eine Dekompression der hinteren Schädelgrube kann zusätzlichen Platz schaffen um den weiteren Liquorabfluss zu gewährleisten und eine Hirnstammkompression zu entlasten[^1][^3].
Prognose nach chirurgischer Therapie
Patienten bei welchen auf Grund eines cerebellären Infarkts eine suboccipitale dekompressive Kraniektomie durchgeführt wurde hatten in 28% einen ungünstiges Outcome und eine Mortalität von 19,9% in einer Meta-Analyse aus dem Jahr 2018[^4].
Linksseitiger PICA Infarkt im Kleinhirn im axialen MRI Bild.
Darstellung eines PICA Infarkts auf der linken Seite in einem axialen MRI Bild.