Ars Neurochirurgica

Kleinhirninfarkt

Der Kleinhirninfarkt kommt mit ca. 2,3% aller Hirninfarkte1 relativ gesehen im Vergleich zu supratentoriellen Infarkten selten vor. Ausgedehnte Kleinhirninfarkte können, üblicherweise 12 - 96 Stunden nach Infarktbeginn, zu gefährlichen Schwellungen mit Verlegung des Liquorabflusses und Kompression des Hirnstamms führen. Sollte im Rahmen der Schwellung eine neurologische Verschlechtertung mit Vigilanzabfall auftreten, kann eine chirurgische Entlastung indiziert sein. Eine Dekompression der hinteren Schädelgrube kann zusätzlichen Platz schaffen um den weiteren Liquorabfluss zu gewährleisten und eine Hirnstammkompression zu entlasten23.

Linksseitiger PICA Infarkt im Kleinhirn im axialen MRI Bild.
Darstellung eines PICA Infarkts auf der linken Seite in einem axialen MRI Bild.

Referenzen


  1. Tohgi, Hideo, et al. "Cerebellar infarction. Clinical and neuroimaging analysis in 293 patients. The Tohoku Cerebellar Infarction Study Group." Stroke 24.11 (1993): 1697-1701. 

  2. Pfefferkorn, Thomas, et al. "Long-term outcome after suboccipital decompressive craniectomy for malignant cerebellar infarction." Stroke 40.9 (2009): 3045-3050. 

  3. Chen, Han-Jung, Tao-Chen Lee, and Chi-Peng Wei. "Treatment of cerebellar infarction by decompressive suboccipital craniectomy." Stroke 23.7 (1992): 957-961.