Facettengelenkszyste

Synonyme
lumbar facet synovial cysts, LFSC, juxtaartikuläre Zyste, juxtafacet cyst, JFC
ICD-11
FB50.Y

Bei einer Facettengelenkszyste handelt es sich um eine gutartige Zyste im Bereich der Facettengelenke an der Wirbelsäule. Die Behandlung von Facettengelenkszysten erfolgt symptomorientiert.

Historisch

Facettengelenkszysten wurden erstmals von Kao C. et al. 1974 als "Synovial cyst of spinal facet" in der Literatur beschrieben[^3]. Kao beschrieb diese als Zysten, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Facettengelenk ihren Ausgang nehmen und entweder innerhalb des Ligamentum flavum liegen oder außerhalb dessen, jedoch mit einer Verbindung zum Gelenkspalt identifiziert werden konnten.

Epidemiologie

In einer Studie mit > 300 MRT Bildgebungen bei symptomatischen Patienten konnten bei 2,3 % der Patienten eine intraspinale Gelenkzyste festgestellt werden und die Prävalenz extraspinal gelegener Zysten lag bei 7,3 %[^4].

Diagnose

Facettengelenkszysten können am besten auf einer MRT Bildgebung abgegrenzt werden und stellen häufig ein Zufallsbefund dar.

Symptome

Je nach exakter Lokalisation der Facettengelenkszyste kann diese bei einer Nervenwurzelkompression zu einer radikulären Schmerzsymptomatik als auch Claudicatio spinalis Symptomatik führen. Facettengelenkszysten können auch durch eine Einblutung eine akute Symptomatik zeigen.

Behandlungsmöglichkeiten

Bei symptomatischen Facettengelenkszysten stellt eine epidurale Infiltration mit Steroiden eine risikoarme Behandlungsmöglichkeit dar[^1] [^2]. Sollte eine Infiltration nicht den gewünschten Behandlungseffekt erbringen, kann eine chirurgische Entfernung der Facettengelenkszyste diskutiert werden[^5].

Rezidivrate

Die Rezidivrate nach einer Operation mit Notwendigkeit einer erneuten Zystenresektion liegt bei etwa 7%[^5].

Bildgebung

Der Goldstandard in der Bildgebung von Facettengelenkszysten ist die MRT Bildgebung.

Facettengelenkszyste
Facettengelenkszyste in einer axialen T2 MRI Sequenz.
Facettengelenkszyste LWk2/3
T2 MRT Sequenz einer partiell eingebluteten Facettengelenkszyste auf Höhe LWK2/3.
Facettengelenkszyste LWK4/5 rechts
Axiale T2 MRT Bildgebung einer Facettengelenkszyste auf Höhe LWK 4/5 rechts.
Facettengelenkszyste im MRT
Axiale T2 MRT Sequenz einer Facettengelenkszyste und einer daraus resultierender absoluten Spinalkanalstenose.
Facettengelenkszyste
Facettengelenkszyste im axialen T2 MRT Bild (rot markiert).

Redaktionelle Transparenz

Autorschaft & Bearbeitung

Wer diesen Artikel erstellt und aktualisiert hat und welche Änderungen dokumentiert sind.

Artikel erstellt von:
Zuletzt bearbeitet von:
am
Bearbeitungshistorie:
2 Bearbeitungen · 1 Mitwirkender
Autorenliste:
Bearbeitungshistorie anzeigen 2 Einträge

2 Bearbeitungen von 1 Autor

Bearbeitung · Alaric Steinmetz · (+51 −51)
  • Text ergänzt: “Rezidivrate”
  • Text ergänzt: “Die Rezidivrate nach einer Operation mit Notwendigkeit einer erneuten Zystenresektion liegt bei etwa 7%[^5].”
  • Text geändert: “Bei symptomatischen Facettengelenkszysten stellt eine epidurale Infiltration mit Steroiden eine risikoarme Behandlungsmöglichkeit dar[^1] [^2]. Sollte eine Infiltration nicht den gewünschten Behandlungseffekt erbringen, kann eine chirurgische Entfernung der Facettengelenkszyste diskutiert werden.”“Bei symptomatischen Facettengelenkszysten stellt eine epidurale Infiltration mit Steroiden eine risikoarme Behandlungsmöglichkeit dar[^1] [^2]. Sollte eine Infiltration nicht den gewünschten Behandlungseffekt erbringen, kann eine chirurgische Entfernung der Facettengelenkszyste diskutiert werden[^5].”
  • Zitation hinzugefügt: “Bruder, Markus, et al. "Synovial cysts of the spine: long-term follow-up after surgical treatment of 141 cases in a single-center series and comprehensive literature review of 2900 degenerative spinal cysts." Journal of Neurosurgery: Spine 27.3 (2017): 256-267.”
  • Bild hinzugefügt: facettengelenkszyste.png

Artikel erstellt am · Alaric Steinmetz

Bildansicht

Abbildung

Original öffnen