Diskonnektionssyndrom

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Als Diskonnektionssyndrom bezeichnet man ein neurologisches Störungsbild, das durch eine Unterbrechung oder funktionelle Trennung der Informationsübertragung zwischen verschiedenen kortikalen oder subkortikalen Hirnarealen entsteht[^1]. Klassischerweise betrifft dies die Verbindung beider Großhirnhemisphären, insbesondere über das Corpus callosum. Das Syndrom ist weniger durch primäre Ausfälle einzelner Hirnareale gekennzeichnet, sondern durch den Verlust integrierter Verarbeitung verteilter neuronaler Netzwerke.

Ätiologie

Diskonnektionssyndrome können verschiedene Ursachen haben:

  • Chirurgisch: Kallosotomie bei therapierefraktärer Epilepsie 

  • Vaskulär: Infarkte im Stromgebiet der A. cerebri anterior 

  • Traumatisch: Diffuse axonale Schädigung 

  • Neoplastisch: Tumorinfiltration oder -kompression 

  • Entzündlich/degenerativ: Multiple Sklerose, Marchiafava-Bignami-Krankheit 

Die bewusste Induktion eines Diskonnektionssyndroms, etwa durch Kallosotomie, stellt hingegen ein etabliertes neurochirurgisches Verfahren bei schwerster Epilepsie dar und verdeutlicht die funktionelle Bedeutung interhemisphärischer Netzwerke.