Als Tethered-Cord oder Tethered-Cord-Syndrom (TCS) bezeichnet eine neurologische Erkrankung, bei der das Rückenmark pathologisch fixiert ist und dadurch unter chronischer Spannung steht. Die Folge sind progrediente neurologische Ausfälle, Schmerzen sowie Blasen- und Darmfunktionsstörungen. Der Begriff wurde durch Hoffman[^2] und später durch Yamada[^1] geprägt. Entscheidend ist dabei nicht allein die anatomische Anomalie, sondern die daraus resultierende funktionelle Beeinträchtigung des lumbosakralen Rückenmarks.
Ursachen
Primär
Ein Tethered Cord kann durch angeborene Fehlbildungen des Rückenmarkes wie Meningomyelozele, Lipomeningomyelozele oder ein spinales Lipom entstehen. Eine Verdickung des Filum terminale oder Adhäsionen der Arachnoidea können ebenso zu einem Tethered Cord führen.
Sekundär
Sekundäre Ursachen können beispielsweise ein stattgehabtes Trauma oder Tumore sein.
Therapie
Operatives Untethering
Die Standardtherapie ist die chirurgische Lösung der Fixierung, welches als Untethering bezeichnet wird[^1].
Prognose
Die Prognose hängt wesentlich von drei Faktoren ab:
Dauer der Symptomatik
Ausmaß der neurologischen Defizite
Alter bei Diagnosestellung
Früh erkannte Patienten profitieren meist deutlich von einem Untethering. Lang bestehende Ausfälle, insbesondere schwere neurogene Blasenstörungen oder ausgeprägte Muskelatrophien, bilden sich dagegen häufig nur unvollständig zurück[^1].