Ars Neurochirurgica

Osteomyelitis

Eine Osteomyelitis ist eine akute oder chronische Entzündung des Knochens und Knochenmarks, welche meist durch eine bakterielle Infektion verursacht wird.

Osteomyelitis am Schädel

Der Schädel ist normalerweise sehr resistent gegenüber einer Osteomyelitis hämatogene Infektionen sind selten. Eine Osteomyelitis am Schädel kommt üblicherweise durch Infektionen von naheliegende Strukturen wie beispielsweise einer Sinusitis oder einem Skalpabszess1 oder penetrierenden Traumen1.

Bei langanhaltenden Infektionen am Schädel können diese durch eine Schwellung und Ödem sichtbar werden und werden dann als "Pott puffy tumor" bezeichnet1.

Pathogene

Staphylococcus ist der häufigste ursächliche Erreger, wobei hier der Staphylococcus aureus der häufigste darstellt gefolgt von Staphylococcus epidermidis1.

Bildgebung

In der Bildgebung zeigt sich häufig bei einer Osteomyelitis eine knöcherne Resorption, periosteale Reaktion und eine Kontrastmittelanreicherung1.

Behandlung

Eine alleinige Behandlung mit Antibiotika ist selten kurativ. Die Behandlung beinhaltet meistens eine chirurgische Debridierung des Infekts mit einer Abtragung des beschädigten Knochens. Im Falle einer Osteomyelitis im Bereich des Knochendeckels einer Kraniotomie sollte dieser entfernt werden und die Knochenränder mit einer Stanze bis zum gesunden Knochen abgetragen werden1.

Gefolgt von der chirurgischen Therapie sollte im Anschluss eine Antibiotikatherapie von 6-12 Wochen erfolgen2. Die Antibiotikatherapie sollte keimgerecht erfolgen und kann mit Vancomycin und Cefepim oder Meropenem begonnen werden1. Die meisten fehlgeschlagenen Behandlungen treten in Patienten auf, welche weniger als 4 Wochen postoperativ mit einer Antibiose behandelt wurden[1].

Referenzen


  1. Osteomyelitis of the skull. In: Greenberg M, ed. Handbook of Neurosurgery. 9th Edition. Thieme; 2019. 

  2. Bernard L, Dinh A, Ghout I, et al. Antibiotic treatment for 6 weeks versus 12 weeks in patients with pyogenic vertebral osteomyelitis: an open-label, non-inferiority, randomised, controlled trial. Lancet. 2015;385:875-882. DOI: 10.1016/S0140-6736(14)61233-2