Als Meningismus bezeichnet man eine schmerzhafte Nackensteifigkeit infolge einer Reizung der Meningen. Klinisch besteht ein erhöhter Widerstand gegen die passive Anteflexion des Kopfes, häufig begleitet von Kopf- und Rückenschmerzen, Photophobie, Übelkeit oder Erbrechen. Der Meningismus ist ein klinisches Zeichen, keine Diagnose. Er kann bei infektiösen, hämorrhagischen, neoplastischen oder entzündlichen Erkrankungen sowie postoperativ auftreten und eine fehlende Nackensteifigkeit schließt eine relevante meningeale Erkrankung nicht aus.
Pathophysiologie
Die Reizung schmerzempfindlicher meningealer Strukturen und spinaler Nervenwurzeln führt zu einer reflektorischen Tonuserhöhung der paravertebralen Muskulatur. Die passive Dehnung der gereizten Strukturen bei Nackenflexion verstärkt den Schmerz und löst eine Abwehrspannung aus.
Klinische Untersuchung
Geprüft wird die vorsichtige passive Anteflexion des Kopfes in Rückenlage. Klassische Begleitzeichen sind:
Kernig-Zeichen: Schmerz oder Widerstand bei Kniestreckung bei gebeugtem Hüftgelenk
Brudzinski-Zeichen: Unwillkürliche Beugung von Hüft- und Kniegelenken bei passiver Nackenflexion
Lasègue-Zeichen: Kann bei meningealer beziehungsweise radikulärer Reizung positiv sein
Diese Zeichen besitzen nur eine begrenzte Sensitivität. Besonders bei älteren, immunsupprimierten oder bewusstseinsgestörten Patienten kann die klinische Ausprägung gering sein[^1].
Ursachen mit neurochirurgischer Relevanz
Mögliche und wichtige Ursachen für einen Meningismus mit Bezug zur Neurochirurgie sind:
Bakterielle oder virale Meningitis
Ventrikulitis und Implantatinfektion wie beispielsweise externe Ventrikeldrainagen (EVDs) oder Shuntsysteme.
Meningeale Tumoraussaat