MIND Trial

Minimalinvasive Chirurgie versus alleinige medizinische Behandlung bei intrazerebraler Blutung: die randomisierte klinische MIND-Studie

Evidenzbrief

Kernaussage

Die MIND-Studie zeigte weder für Behinderung und Tod nach 180 Tagen noch für die 30-Tage-Mortalität einen signifikanten Vorteil der minimalinvasiven Hämatomevakuation gegenüber alleiniger medizinischer Behandlung.

Redaktionell eingeordnet und medizinisch geprüft

Studienprofil

Design
Randomisierte kontrollierte Studie
Jahr
2025
Journal
JAMA Neurology
Teilnehmende
n = 236
Zentren
32
Follow-up
180 Tage

Die klinische Frage

Fragestellung

Verbessert eine minimalinvasive Hämatomevakuation mit dem Artemis-System innerhalb von 72 Stunden die Ergebnisse bei spontaner supratentorieller intrazerebraler Blutung gegenüber alleiniger leitliniengerechter medizinischer Behandlung?

PICO-Schema

Was wurde verglichen?

Population
Erwachsene im Alter von 18–80 Jahren mit spontaner supratentorieller intrazerebraler Blutung von 20–80 ml, NIHSS ≥ 6 und GCS 5–15.
Intervention
Minimalinvasive Hämatomevakuation mit dem Artemis Neuro Evacuation Device innerhalb von 72 Stunden plus medizinische Behandlung.
Vergleich
Alleinige leitliniengerechte medizinische Behandlung.
Primärer Endpunkt
Primärer Wirksamkeitsendpunkt: ordinaler modified Rankin Scale Score für Behinderung und Tod nach 180 Tagen; primärer Sicherheitsendpunkt: Mortalität nach 30 Tagen.

Entscheidungsrelevante Ergebnisse

Zentrale Endpunkte

Primärer Endpunkt

Behinderung und Tod (ordinaler mRS)

180 Tage

OR 1,03

96%-KI 0,62–1,72 · p = 0,45

Kein statistisch signifikanter Vorteil der Operation

Primärer Endpunkt

Mortalität

30 Tage

7,2 % Operation vs. 9,8 % medizinisch

Differenz −2,5 Prozentpunkte · 95%-KI −11,7 bis 4,8

Kein statistisch signifikanter Unterschied

Mortalität

180 Tage

13,2 % Operation vs. 18,3 % medizinisch

Differenz −5,1 Prozentpunkte · 95%-KI −16,1 bis 4,5

Kein statistisch signifikanter Unterschied

Originalmaterial

Studienkontext und Originalmaterial

Ergänzende redaktionelle Hinweise, Abbildungen und die im Beitrag dokumentierte Schlussfolgerung der Studienautoren.

Die MIND Studie wurde im Jahr 2025 veröffentlicht[^1] und untersuchte die minimalinvasive chirurgische gegenüber einer konservativen Behandlung von intrazerebralen Blutungen.

Mind Trial Abstract
Visueller Abstract der MIND Trial. Abbildung adaptiert aus der originalen Publikation von Arthur et al.

Konklusion der Autoren

In the MIND randomized clinical trial, minimally invasive surgery within 72 hours did not significantly reduce 30-day mortality or improve 180-day disability in patients with supratentorial ICH compared to medical management alone[^1].

Redaktionelle Einordnung

Einordnung für die Praxis

Bedeutung

Klinische Relevanz

Die Ergebnisse stützen keinen routinemäßigen Einsatz des untersuchten Artemis-Verfahrens zur Verbesserung des langfristigen funktionellen Ergebnisses. Positive sekundäre und explorative Signale sollten hypothesengenerierend interpretiert werden.

Einordnung

Wichtigste Limitationen

Die offene Studie wurde nach 236 Teilnehmenden vorzeitig beendet. Für 52 Personen wurde der 180-Tage-mRS imputiert; sekundäre und explorative Analysen waren nicht für multiples Testen adjustiert.

Referenzen


  1. Arthur AS, et al. Minimally Invasive Surgery vs Medical Management Alone for Intracerebral Hemorrhage: The MIND Randomized Clinical Trial. JAMA Neurol. 2025;82(11):1113–1121.

Redaktionelle Transparenz

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