Pressorzeichen

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Das Pressorzeichen bezeichnet die Zunahme einer vorbestehenden Schmerzsymptomatik bei Erhöhung des intrathorakalen bzw. intraabdominellen Drucks, typischerweise ausgelöst durch Husten, Niesen oder Pressen. In der klinischen Praxis wird es vor allem als Hinweis auf eine raumfordernde Pathologie im Spinalkanal gewertet. In der Neurochirurgie besitzt das Pressorzeichen besondere Bedeutung bei der Diagnostik von Bandscheibenvorfällen[^1].

Pathophysiologie

Die zugrunde liegende Pathophysiologie des Pressorzeichens beruht auf dem Valsalva-Mechanismus. Durch forcierte Exspiration gegen die geschlossene Glottis kommt es zu einem Anstieg des intrathorakalen und intraabdominellen Drucks. Dieser Druck überträgt sich auf den epiduralen Raum und führt zu einer kurzfristigen Druckerhöhung im Spinalkanal.

Liegt eine vorbestehende Einengung des Spinalkanals oder einer Nervenwurzel vor, so kann die zusätzliche Druckerhöhung eine transiente Verstärkung der Nervenwurzelkompression verursachen. Klinisch manifestiert sich dies als akute Zunahme radikulärer oder lokaler Schmerzen.

Klinische Relevanz

Das Pressorzeichen ist ein klassisches klinisches Symptom, das auf eine druckempfindliche Pathologie im Bereich der Wirbelsäule hinweist. In der Neurochirurgie dient es als wichtiger klinischer Hinweis auf Bandscheibenvorfälle und andere raumfordernde Prozesse, ersetzt jedoch nicht die bildgebende Diagnostik. Seine Stärke liegt in der einfachen Erhebung und der klinischen Orientierung im Rahmen der neurologischen Untersuchung.