Ars Neurochirurgica

Pineoblastom (WHO Grad IV)

Das Pineoblastom ist ein seltener, aggressiver Tumor der Pinealisregion und macht etwa < 0,1% aller intrakranieller Tumor aus1. Die Pineoblastome bestehen aus unreifen, undifferenzierten Zellen und zählen histologisch zu den primitiven neuroektodermalen Tumoren. Sie treten bevorzugt in der Kindheit auf und haben keine Geschlechterprädisposition oder allenfalls eine leichte männliche Prädisposition2.

Bildgebung

In der MRI Bildgebung sind die Tumoren auf T1- und T2-gewichteten Aufnahmen meist isointens zur grauen Substanz2. Nach Kontrastmittelgabe zeigen sie ein kräftiges Enhancement2. Die Abgrenzung ist oft unscharf und Einblutungen, Melanineinlagerungen, Zysten und ein umgebendes Hirnödem bei parapinealem Wachstum sind häufig. Als bildgebende Differentialdiagnose kommt in erster Linie ein Germinom in Betracht2.

MRI Bildgebung bei einem Pineoblastom
MRI Bildgebung bei einem Patienten mit einem histopathologisch gesichertem Pineoblastom.

Prognose

Die Prognose bei einem Pineoblastom kann stark variieren. Die Prognose ist insgesamt schlecht, da die Tumoren schon frühzeitig eine Aussaat in den Liquorraum zeigen2. Studien deuten daraufhin, dass Pineoblastome bei jüngeren Patienten einen aggressiveren Verlauf zeigen1.

Referenzen


  1. Tate, Matthew, et al. "The long‐term postsurgical prognosis of patients with pineoblastoma." Cancer 118.1 (2012): 173-179. 

  2. Mader, Irina, Wolfgang Grodd, and Thomas Nägele. "Die kernspintomographische Differentialdiagnose von Tumoren der Pinealisregion." Klinische Neuroradiologie 11.1 (2001): 25-32.