Ars Neurochirurgica

Dermalsinus

Ein Dermalsinus ist eine kleine angeborene Hautöffnung mit schmalem Gang, welcher mit Epithel ausgekleidet ist und üblicherweise am Ende spinalen oder kranialen Ende des Neuralrohrs auftritt1. Die häufigste Lokalisierung ist im lumbosakralen Bereich der Wirbelsäule.

Spinaler Dermalsinus

Ein Dermalsinus kann im Bereich der Wirbelsäule auftreten und befindet sich dann meistens in der Nähe der Mittellinie mit einer Öffnung von 1-2 mm1. Der Sinus kann bereits sehr oberflächlich enden oder auch bis zum Duralschlauch vordringen. Eine Erweiterung des Sinus kann an jeder Stelle auftreten, welche als Epidermoidzyste bezeichnet wird wenn diese mit Plattenepithel ausgekleider ist. Ist die Zyste mit Dermis ausgekleidet so spricht man von einer Dermoidzyste1.

Kranialer Dermalsinus

Ein Dermalsinus kann auch kranial auftreten und befindet sich dann meist im Nasenbereich oder Okzipitalenbereich1. Befindet sich der Dermalsinus im Okzipitalenbereich so ist das Durchtreten in den Schädel kaudal der Torcula. Typischerweise treten kann bei einem kranialen Dermalsinus eine rezidivierende bakterielle oder aseptische Meningitis auftreten1. Zur weiteren Evaluierung sollte ein MRI durchgeführt werden zum die intrakranielle Ausdehnung als auch das Vorhandensein von einer intrakraniellen Dermoidzyste zu überprüfen.

Referenzen


  1. Handbook of Neurosurgery. Greenberg M, ed. 9th Edition. Thieme; 2019.