Das Brown-Séquard-Syndrom bezeichnet ein inkomplettes Querschnittsyndrom des Rückenmarks infolge einer hemisphärischen Rückenmarksläsion. Es ist durch eine charakteristische Kombination motorischer und sensibler Ausfälle gekennzeichnet, die sich unmittelbar aus der funktionellen Anatomie der spinalen Leitungsbahnen erklären[^1].
Pathophysiologie
Tractus corticospinalis: Der Tractus corticospinalis nach der Decussatio pyramidum im Hirnstamm ipsilateral im Rückenmark. Eine Hemisektion führt daher zu einer ipsilateralen spastischen Parese unterhalb der Läsion.
Hinterstrangbahnen: Leiten epikritische Sensibilität (Vibration, Propriozeption, feine Berührung) ebenfalls ungekreuzt nach kranial. Eine Läsion verursacht einen ipsilateralen Ausfall der Mechanosensorik
Tractus spinothalamicus: Schmerz- und Temperaturfasern kreuzen bereits wenige Segmente nach Eintritt ins Rückenmark auf die Gegenseite. Daraus resultiert eine kontralaterale Störung der protopathischen Sensibilität.