Ars Neurochirurgica

Brown-Séquard Syndrom

Das Brown-Séquard-Syndrom bezeichnet ein neurologisches Syndrom, welches durch eine halbseitige Rückenmarkschädigung hervorgerufen wird. Das Brown-Séquard Syndrom äußert sich durch charakteristische neurologische Funktionsausfälle, die auf die funktionelle Anatomie des Rückenmarks zurückzuführen sind. Die Schädigung des motorischen Tractus corticospinalis bewirkt eine ipsilaterale spastische Beinparese. Die sensiblen Funktionsausfälle betreffen die epikritische Sensibilität (Mechanosensorik) der ipsilateralen Seite durch Schädigung der Hinterstrangbahn die protopathische Sensibilität (Schmerz- und Temperaturwahrnehmung) der kontralateralen Seite durch Unterbrechung des Tractus spinothalamicus. Den Ausfall der Schmerz- und Temperatursensibilität bei erhaltener Mechanosensorik bezeichnet man als dissoziierte Empfindungsstörung. Sie beruht auf dem unterschiedlichen Verlauf der jeweiligen Fasern nach ihrem Eintritt ins Rückenmarkshinterhorn: Fasern der epikritischen Sensibilität steigen ungekreuzt in der Hinterstrangbahn auf und Fasern der prothopatischen Sensibilität kreuzen vor ihrem Verlauf im Tractus spinothalamicus auf die Gegenseite.