Sarkopenie

ICD-10
M62.5
ICD-11
FB32.Y

Als Sarkopenie bezeichnet man eine progrediente Verminderung der Skelettmuskulatur, die durch eine verminderte Muskelkraft, reduzierte Muskelmasse beziehungsweise Muskelqualität und bei fortgeschrittener Ausprägung durch eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit gekennzeichnet ist.

Ätiologie

Man unterscheidet:

  • Primäre Sarkopenie: überwiegend altersbedingt

  • Sekundäre Sarkopenie: infolge von Immobilität, chronischer Entzündung, konsumierender Erkrankung, Mangelernährung oder Organinsuffizienz

Neurochirurgische Relevanz

Sarkopenie ist ein potenzieller Marker reduzierter physiologischer Reserve. Sie wird bei neurochirurgischen Patienten mit folgenden Risiken in Verbindung gebracht:

  • erhöhte postoperative Komplikationsrate bei spinalen Operationen[^1]

  • verzögerte Mobilisation und Rehabilitation

  • längere Hospitalisation

  • ungünstigere funktionelle Erholung

Besonders relevant ist sie vor komplexen Wirbelsäuleneingriffen, bei spinalen Deformitäten, neuroonkologischen Operationen und bei älteren Patienten. Die prognostische Aussage hängt allerdings von Erkrankung, Messmethode und untersuchtem Kollektiv ab.

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