Als Sarkopenie bezeichnet man eine progrediente Verminderung der Skelettmuskulatur, die durch eine verminderte Muskelkraft, reduzierte Muskelmasse beziehungsweise Muskelqualität und bei fortgeschrittener Ausprägung durch eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit gekennzeichnet ist.
Ätiologie
Man unterscheidet:
Primäre Sarkopenie: überwiegend altersbedingt
Sekundäre Sarkopenie: infolge von Immobilität, chronischer Entzündung, konsumierender Erkrankung, Mangelernährung oder Organinsuffizienz
Neurochirurgische Relevanz
Sarkopenie ist ein potenzieller Marker reduzierter physiologischer Reserve. Sie wird bei neurochirurgischen Patienten mit folgenden Risiken in Verbindung gebracht:
erhöhte postoperative Komplikationsrate bei spinalen Operationen[^1]
verzögerte Mobilisation und Rehabilitation
längere Hospitalisation
ungünstigere funktionelle Erholung
Besonders relevant ist sie vor komplexen Wirbelsäuleneingriffen, bei spinalen Deformitäten, neuroonkologischen Operationen und bei älteren Patienten. Die prognostische Aussage hängt allerdings von Erkrankung, Messmethode und untersuchtem Kollektiv ab.