Piriformis Syndrom

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ICD-10: M79.15

Das Piriformis-Syndrom bezeichnet eine seltene, meist klinisch gestellte Diagnose, bei welchem der Musculus piriformis den Nervus ischiadicus komprimiert oder irritiert. Aus neurochirurgischer Sicht handelt es sich um ein extra-spinales Kompressionssyndrom des Nervus ischiadicus und damit um eine relevante Differentialdiagnostik bei radikulären Beinbeschwerden ohne korrelierbare Befunde an der Lendenwirbelsäule.

Epidemiologie

Schätzungen zufolge leiden in etwa zwischen 0,3–6 % aller Patienten mit „Ischiasbeschwerden“ an einem Piriformis Syndrom. Betroffen sind häufiger sportlich aktive Personen sowie Patienten mit anatomischen Varianten des N. ischiadicus (z.B. Durchtritt durch den M. piriformis).

Ätiologie

Häufige Ursachen des Piriformis Syndrom sind:

  • Hypertrophie oder Verspannungen des M. piriformis, beispielsweise durch Überlastung, Trauma oder Fehlbelastung.

  • Posttraumatische Veränderungen nach Sturz oder direktes Gesäßtrauma

  • Anatomische Varianten (z.b. geteilte Ischiadicus-Faszikeln)

Diagnostik

Es handelt sich primär um eine klinische Ausschlussdiagnose. Folgende klinischen Tests können in der Diagnostik des Piriformis Syndrom hilfreich sein:

  • FAIR-Test (Flexion, Adduktion, Innenrotation)

  • Freiberg-Manöver

  • Pace-Test

  • Beatty-Manöver

Therapie

Der Goldstandard in der Therapie des Piriformis Syndrom ist die konservative Therapie mittels:

  • Dehnungs- und Kräftigungsübungen im Rahmen einer Physiotherapie

  • Medikamentöse Schmerztherapie mit beispielsweise NSAR

  • CT- oder ultraschallgesteuerte Infiltration des M. piriformis[^1]

Prognose

Die Prognose ist bei korrekter Diagnose gut. Die Mehrzahl der Patienten erreicht durch konservative Therapie eine deutliche Symptomlinderung.