Ars Neurochirurgica

MR-Spektroskopie

Die MR-Spektroskopie ist eine spezielle Technik in der MR-Bildgebung. Als Ergebnis erhält man jedoch keine Bilder, sondern biochemische Informationen in Form von Spektren und kann auf diese Weise eine volumenselektive Messung des Stoffwechsels innerhalb eines bestimmten Areals durchführen. Die MR-Spektroskopie kommt in der Neurochirurgie insbesondere zur differentialdiagnostischen Differenzierung bei Hirntumoren zur Verwendung.

Funktionelle Gruppe Resonanz (ppm) Beschreibung1
Lipid 0,5 - 1,5 Überschneidet sich teilweise mit dem Laktat Peak.
Laktat 1,3 Laktat ist ein Couplet-Peak und ist im normalen Gehirn nicht vorhanden. Als Endprodukt der anaeroben Glykolyse ist er ein Hypoxiemarker und kommt bei Ischämien, Infektionen, demyelinisierende Erkrankungen und angeborene Stoffwechselerkrankungen.
N-acetyl aspartat (NAA) 2 Ein neuronaler Marker, welcher üblicherweise den höchsten Peak zeigt. Der Peak ist reduziert in allen fokalen und regionalen Gehirnabnormalitäten (Tumore, MS, Epilepsie, Alzheimer, Abszess,... )
Kreatin 3 Höher in der grauen Substanz als in der weißen Substanz
Cholin 3,2 Marker für Membransynthese. Cholin zeigt sich erhöht in Tumore. Ischämien zeigen niedrige Cholin-Peaks

Tumore

↓ NAA, ↑ Laktat, ↑ Lipid, ↑Cholin Als Grundregel gilt bei Gliomen, dass je höher der Cholingehalt, desto höher ist der WHO Grad bis WHO Grad 3, danach fällt der Cholingehalt.

Ischämie

↑Laktat

Abszess2

↓ NAA, ↓Kreatin, ↓Cholin und atypische Peaks (Succinat, Acetat,...), welche durch die Bakterien entstehen sind pathognomisch für einen Abszess, müssen jedoch nicht immer vorhanden sein.

Auswertung einer MR-Spektroskopie
Auswertung einer MR-Spektroskopie bei einem Patient mit einem histopathologisch gesichertem primären ZNS Lymphom.

Referenzen


  1. Imaging and Diagnostics. In: Greenberg M, ed. Handbook of Neurosurgery. 9th Edition. Thieme; 2019. doi:10.1055/b-006-161147 

  2. Martinez-Perez I, Moreno A, Alonso J, et al. Diagnosis of brain abscess by magnetic resonance spectroscopy. Report of two cases. J Neurosurg. 1997;86:708-713.