Hemisphärektomie

Die Hemisphärektomie ist ein neurochirurgisches Verfahren, bei dem eine Großhirnhemisphäre funktionell oder anatomisch vom übrigen Gehirn getrennt beziehungsweise entfernt wird. Sie stellt eine der radikalsten epilepsiechirurgischen Maßnahmen dar und wird ausschließlich bei schwersten, medikamentös therapierefraktären Epilepsien eingesetzt, die von einer einzelnen, ausgedehnt geschädigten Hirnhälfte ausgehen.

Indikation

Die Hemisphärektomie kommt vor allem bei Patienten mit schwerer fokaler Epilepsie infrage, wenn die epileptogene Zone eine gesamte Hemisphäre betrifft und die Gegenseite funktionell weitgehend erhalten ist. Typische Indikationen sind[^1]:

  • Rasmussen-Enzephalitis

  • Hemimegalenzephalie

  • Ausgedehnte kortikale Dysplasien

  • Sturge-Weber-Syndrom mit hemisphärischer Beteiligung

  • Perinatale ischämische Schlaganfälle

  • Schwere Schädel-Hirn-Traumata mit hemisphärischer Zerstörung

Die Operation wird überwiegend im Kindesalter durchgeführt, da die neuronale Plastizität des unreifen Gehirns eine bessere funktionelle Kompensation neurologischer Defizite ermöglicht.

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