Ars Neurochirurgica

Galassi Klassifikation

Die Galassi Klassifikation dient der neuroradiologischen Einteilung von Arachnoidalzysten in der mittleren Schädelgrube und wurde im Jahr 1982 von Galassi et al.​​1 erstmals beschrieben.

Galassi Typ Kriterien
Galassi Typ I Klein, spindelförmig. Die Zyste liegt im anterioren Anteil der Fossa temporalis. Der Temporalpol ist von posterior komprimiert, ohne jedoch einen relevanten raumfordernden Effekt zu haben. Es kommt zu keiner Verlagerung des Ventrikelsystems oder der Mittellinie.
Galassi Typ II Die Läsion ist mittelgroß und in einer triangulären oder quadrangulären Form. Die Läsion nimmt den anterioren und mittleren Anteil der Fossa temporalis ein und erweitert sich nach superior entlang der Sylvischen Fissur. Der Temporallappen wirkt dadurch verkürzt.
Galassi Typ III Die Läsion ist groß und wirkt oval oder rund. Sie nimmt fast vollständig den Platz in der Fossa temporalis ein und erstreckt sich in die jeweilige Hemisphäre und trennt das Operculum von der Sylvischen Fissur. Der Temporallappen wirkt atroph und Frontal- sowie Parietallappen sind weitgehend komprimiert. Es besteht ein eindeutiger Masseneffekt mit Verschiebung des Ventrikelsystems und der Mittellinie.
Orginale Galassi Klassifikation
Abbildung der Arachnoidalzystenklassifikation aus der orginalen Publikation von Galassi et al. Die linke Spalte zeigt die preoperativen Bilder und die rechte Spalte zeigt ein Follow-up CT nach einem Jahr. (A) Typ I Arachnoidalzyste (B) Typ II Arachnoidalzyste (C) Typ III Arachnoidalzyste.

Referenzen


  1. Galassi E, Tognetti F, Gaist G, Fagioli L, Frank F, Frank G. Ct scan and metrizamide CT cisternography in arachnoid cysts of the middle cranial fossa: Classification and pathophysiological aspects. Surgical Neurology. May 1982:363-369. doi:10.1016/0090-3019(82)90315-9