Meningeom

Meningeome sind mit ca. 33% die häufigst diagnostizierten primären Hirntumore​1​ in den meisten Fällen handelt es sich hierbei um gutartige Tumor, welche von der harten Hirnhaut ausgehen. Meningeome können supratentoriell, infratentoriell und spinal auftreten. Die Klassifikation von Meningeomen erfolgt nach der WHO Einteilung.

Diagnostik

In der Regel sind Meningeome sehr langsam wachsende Tumore und sind zum Zeitpunkt der Diagnostik bereits seit mehreren Jahren oder Monaten vorhanden. Die Symptome von Meningeome können sehr unterschiedlich sein, am häufigsten werden Meningeome jedoch durch Kopfschmerzen (ca. 70%), Persönlichkeitsveränderungen (ca. 42%), Paresen (37%) oder einen epileptischen Anfall (ca. 36%) symptomatisch​2​. Der Goldstandard in der bildgebenden Diagnostik von Meningeomen ist das MRI. Bei Meningeomen welche eine ossäre Beteiligung haben ist eine ergänzende CT Bildgebung vor einer Operation sinnvoll. Häufig werden Meningeom auch als Zufallsbefund im Rahmen einer kraniellen Bildgebung bei Patienten gefunden.

Planum sphenoidale meningeom
MRI Bildgebung eines großen Meningeoms am Planum sphenoidale mit deutlich raumfordernden Effekt.

Konservative Therapie

Bei kleinen, operativ schwierig zu erreichende Meningeome, welche beispielsweise einen Sinus infiltrieren kann auch ein konservativer Therapieansatz mittels Strahlentherapei diskutiert werden. Die Strahlentherapie spielt auch in Nachbehandolung von nicht vollständig resezierten Meningeomen eine wichtige Rolle, falls eine vollständige Entfernung nicht möglich ist. Bei Meningeomen mit einem ausgeprägten vasogenem Ödem kann preoperativ durch eine medikamentöse Behandlung mit Dexamethason oder Mannitol eine Reduktion des Ödems induziert werden.

Operationsoindikation

Bei Meningeomen, welche sympmatisch oder grössenprogredient sind, ist eine operative Entfernung zu diskutieren. Die Entscheidung zur Operation hängt von vielen verschiedenen Faktoren wie Patientenalter, Größe des Meningeoms, Wachstumsrate als auch Lokalisation ab.

Operation

Der Zugangsweg für die Operation hängt von der Lokalisation des Meningeoms ab. Sollte eine Knocheninfiltration durch das Meningeom vorliegen, kann der betroffene Knochenanteil entfernt werden und mit Palacos ersetzt werden. Bei stark vaskularisierten Meningeomen kann eine preoperative Embolisierung der Tumorblutgefässe diskutiert werden, um das intraoperative Blutungsrisiko und die Operationszeit zu minimieren. Der postoperative Resektionsgrad wird anhand der Simpsons Klassifikation angegeben.

Operationsrisiken

Das Risiko für intraoperative und postoperative Komplikationen steigt mit dem Patientenalter, der Komplexität des operativen Eingriffs und der Dauer der Operation​3,4​. Folgende Komplikationen können relativ häufig bei Meningeomoperationen auftreten:
Ödem: Es besteht das Risiko, dass sich intraoperativ oder postoeprativ ein Ödem im anliegenden Gehirnparenchym des Operationsgebiets entwickelt.
Epileptische Anfälle: Es besteht bei Meningeomoperationen das Risiko von intraoperativen als auch postoperativen epileptischen Anfällen, welche eine weiterführende antiepileptische Medikation notwendig machen können.
Blutung: Es besteht das Risiko für eine intraoperative oder postoperative Einblutung im Operationsgebiet, je nach Ausprägung der Blutung kann dies zu einer Revisionsoperation führen.
Thrombose: Das Risiko eines postoperativen thromboembolischen Ereignis ist bei Meningeomenen deutlich höher als bei anderen kraniellen Eingriffen und beträgt ca. 3% in den ersten 4 Wochen nach der Operation​5​.

Referenzen

  1. 1.
    Wiemels J, Wrensch M, Claus EB. Epidemiology and etiology of meningioma. J Neurooncol. September 2010:307-314. doi:10.1007/s11060-010-0386-3
  2. 2.
    Rockhill J, Mrugala M, Chamberlain MC. Intracranial meningiomas: an overview of diagnosis and treatment. FOC. October 2007:E1. doi:10.3171/foc-07/10/e1
  3. 3.
    Sughrue ME, Rutkowski MJ, Shangari G, et al. Risk factors for the development of serious medical complications after resection of meningiomas. JNS. March 2011:697-704. doi:10.3171/2010.6.jns091974
  4. 4.
    Boviatsis EJ, Bouras TI, Kouyialis AT, Themistocleous MS, Sakas DE. Impact of age on complications and outcome in meningioma surgery. Surgical Neurology. October 2007:407-411. doi:10.1016/j.surneu.2006.11.071
  5. 5.
    Levi ADO, Wallace CM, Bernstein M, Walters BC. Venous Thromboembolism after Brain Tumor Surgery: A Retrospective Review. Neurosurgery. June 1991:859-863. doi:10.1227/00006123-199106000-00012